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Rechenfehler

Leseprobe Rechenfehler - Dr. Frischmuth

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Hauptkommissar Gregor Klar steht unter Druck. Er muss den Mord an dem verheirateten, erfolgreichen Unternehmensberater Roland Geber aufklären. Dieser hatte eine Freundin, Tochter des Landrats und Verwaltungsratschef der Bavariabank, und einen Geliebten. Zur Seite wird Klar der analytisch begabte doch nervende Kettenraucher Loiperdinger gestellt. Während Beide im Münchner Schwulen- und Bankermilieu recherchieren, verschlimmert sich der Zustand des an MS erkrankten Patenkindes von Klar. Der Hauptkommissar schaut immer tiefer in die Abgründe der aus Geldgier, Eifersucht und Hass dominierten Münchner Finanzszene, als ein weiterer Mord geschieht.

von Rüdiger Frischmuth

ab sofort erhältlich bei BoD

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Leseprobe

München, Sonnenstraße und Maxburgstraße,
18. September, 13:40 Uhr


In weniger als fünf Sekunden verfärbte sich Monika Artmanns Kopf puterrot. Klar registrierte amüsiert am Dekolleté der Vorstandsassistentin den parallel zum Kostümrand verlaufenden, drei Zentimeter hellen Streifen. Er war sicher: Diese Frau trug sonst wertvollen Schmuck.
„Könnte ich einen kleinen Schwarzen haben? Übrigens, Ihr Make-up passt hervorragend zu dem mediterranen Outfit.“
Einer schüchternen Frage an eine Frau sollte eine Schmeichelei folgen, wollte man ein Ziel erreichen. Das hatte Klar die lange Erfahrung im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht gelehrt. Südländisches kam an, sei es, dass der Mann ein antikes Alfa Cabrio mit ranzigem Verdeck fuhr oder norditalienische Schuhmodelle trug.
„Oh, das ist lieb von Ihnen, vielen Dank!“
Brav flötete die Aufgetakelte die Nettigkeit in den Raum, beugte sich frivol nach vorne und goss aus der dunkelblauen Porzellankanne ein. Einige Augenblicke später saugte das Papiertuch den schwarzen Kaffeefleck auf dem Tisch blitzschnell auf. Verärgert schaute sie auf den braunen Kreis. Mit einem Ruck stand die Chefsekretärin auf und richtete die langstieligen Rosen in der Schreibtischvase aus. Blitzschnell verschwand der Ringfinger im Mund.
„Mein Tag hat mit Migräne begonnen. Nun dieser langstielige Dorn. Wieder Pech! Sie sind bestimmt nicht wegen mir hierher gekommen, sondern um was über Dr. Geber herauszufinden, stimmt´s?“
Ihr Schmollmund leuchtete rot. Klars Gesicht hatte den Ausdruck eines Mafiapaten.
„Wusste ich´s doch. Der Mann war Leiter vom Projekt Bavariabank Runs for 2015. Komplizierter Name, nicht? Keine Ahnung, worum´s da geht. Dr. Aurus kann ihnen bestimmt viel mehr sagen.“
Er hatte sie nicht dort, wo er sie haben wollte. Entweder wusste sie nicht mehr über das Projekt, oder sie zickte absichtlich und wollte mit der Wahrheit nicht raus. Er entschied sich für die zweite Verhaltensinterpretation, da sie ihn bei der Begrüßung augenklimpernd angeflirtet hatte. Frauen dieser Kategorie liebten den Kampf und nicht den schnellen Sieg. Dann würde er mitspielen, zumal er sicher war, dass das Zieren nicht von langer Dauer sein würde. Seine süßen Komplimente liefen durch. Er lächelte die Chefsekretärin an.
„Runkels Team hat Regieanweisungen für Bankübernahmen geschrieben. Das hat Dr. Aurus gesagt. Von der großen Wirtschaft habe ich keine Ahnung.“
„Ok… Diskretion ist bei einem solchen Projekt bestimmt erste Bürgerpflicht.“
Die Assistentin nickte während sie auf ihren verletzten Finger pustete. Einen Moment blitzten ihre Augen auf. Sie drehte ihm den Rücken zu und sah auf den geschwollenen Finger.
„Ich muss nachhaken, Frau Artmann. Mich interessiert ihre persönliche Meinung über das Team, da sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse nicht wichtig, verstehen Sie.“
„Runkel ist im Projektteam gewesen. Ich leite das Projektbüro und protokolliere die LA-Sitzungen, auch die Treffen von Projekt- und Teilprojekt-Teams.“
Sie hatte sich umgedreht und stand mit gefalteten Händen kerzengerade vor dem Hauptkommissar.
„LA?“
„Lenkungsausschuss, Herr Klar, Lenkungsausschuss. Ein Gremium mit Chefs, die das Ganze steuern.“
Selbstbewusst lächelte die Vorstandsassistentin ihn an und drückte mit einem Schütteln das Kreuz durch. Ihre Augenlider schlossen und öffneten sich eine Sekunde.
„Oha, da sehe ich einen Berg an Arbeit vor mir!“
Verständnisvoll schaute er sie mit dem charmantesten Blick an, den er draufhatte. Gleich hatte er sie. Zufrieden zeichnete sich ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen ab.
„Es geht. Eine meiner Aufgaben ist es, die Sitzungsunterlagen für Dr. Aurus vorzubereiten. Runkel war Spezialist in der OE Risikocontrolling gewesen. Sehr beliebt.“
Klar war erleichtert. Die Tussi war warm gelaufen. Es wurde höchste Zeit. Ansonsten hätte er an seinen empathischen Fähigkeiten gezweifelt.
„Organisationseinheit?“
Drei Sekunden war Stille. Anerkennend zog die Chefsekretärin die Lippen zusammen.

...



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ISBN 978-3-738-67936-6

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